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Der Skulpturenweg in Maierhöfen

Im September 2006 haben sich die unten genannten Künstlerinnen und Künstler in Maierhöfen zu einem einwöchigen Symposium getroffen und neun Skulpturen sowie zwölf Textstelen erarbeitet. Sie haben ihre Kunstwerke der Gemeinde Maierhöfen dauerhaft zur Verfügung gestellt und entlang eines Rundweges aufgestellt, der nunmehr Skulpturenweg heißt (Tourenvorschlag 5 im Wanderwegenetz der Gemeinde).Bildhauerkunst in Stein, Holz und Metall sowie Literatur treten mit der Voralpenlandschaft in Verbindung.

Der Skulpturenweg soll weiter ausgebaut werden. Das Projekt wird mit 50 % durch die Europäische Union und den Freistaat Bayern gefördert. Die anderen 50 % müssen private Sponsoren aufbringen. Die öffentliche Hand fördert nur bis zu der Höhe, die auch von Spendengeldern erreicht wird. Deshalb ist das Kunstprojekt auf weitere private Spenden angewiesen.

 

 

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1  Norma Sperlich-Osterkorn, Hergatz:  R.O.T.

Die roten Wäschestücke aus Polyester flattern im Wind und kontrastieren gegen das Grün der Allgäuer Wiesen. Die Skulptur ist Ausdruck von Freude und Verbundenheit der Künstlerin mit Natur und kultureller Tradition. Sie versteht die Tracht als ein Zeichen von Beständigkeit in einer sich schnell wandelnden Zeit.

 

2  Hans Grohe, Hergatz: Ohne Titel

Die Holzkugel aus Meterware Fichtenholz auf einer Feuchtwiese offenbart mit ihrer Rundung die Faszination ihrer geschlossenen Schönheit. Riesiger Igel, dessen Stachelspitzen ins Zentrum weisen.
    

 

3  Stephan Wagner, Röthenbach: Bank

Der Künstler verbindet zwei unterschiedliche Werkstoffe: Figürlich gestaltetes Eichenholz mit grob behauenem Stein. Er baut damit eine besondere Spannung in der zum Verweilen einladenden Skulptur auf.


4  Adolf Zeh, Maierhöfen: Campanula barbata

"Genmanipulierte Glockenblume" - Als private Initiative zur Unterstützung des Skulpturenwegs hat der Anrainer auf seinem Grundstück diese mächtige Blume erstellt. Insekten aus verschiedenen Metallen besetzen die Glockenblume aus Fichtenholz.

 
    

5  Inge Gerlach-Grube, Isny: Wolkenfänger

Die auf Robinienstämmen liegenden Spiegel fangen für unseren nach unten gerichteten Blick den Himmel über uns ein. In der Spiegelung des Himmels sehen wir Wolken, Vögel und manchmal auch uns selbst.

 

6  Siglinde Knestel, Weiler: Spinnennetz

Das etwa 3 mal 3 Meter große, zwischen 2 Telegrafenmasten gesponnene Netz aus rostendem Stahl entspricht im geometrischen Aufbau dem fein gesponnenen Kunstwerk einer Spinne. Der rostende Stahl steht für die Vergänglichkeit des Kunstwerkes eines Spinnennetzes.

 
    

7  Susanne Krämer, Weitnau: Ausgedreht

216 Kunststoffspulen einer ehemaligen Allgäuer Spinnerei und Weberei bilden eine vom Wind bewegte, mit Form, Farbe und Inhalt spielende Skulptur. Diese Fundstücke einer regionalen Vergangenheit entwickeln eine eigene Ästhetik in Verbindung mit der Landschaft.

 

8  Günther Schrade/Stefanie Kemper, Maierhöfen: Hinter der Zeit

14 Steinsäulen und 2 Wandtafeln aus Jurakalk von Günther Schrade bilden eine sakral anmutende Raumskulptur. Mit dem Text von Stefanie Kemper lädt der Raum zur inneren Sammlung ein. Man spüre der Verbindung von Stein, Wort und Landschaft nach.

 

9  Hedy Hahn, Isny: Für uns Kinder

Bunte, von Maierhöfener Schulkindern bemalte, Pflastersteine hängen hoch über uns. Sie heben unseren Blick vom Boden an kräftigen Fichtenstämmen entlang hoch zum Himmel. Die Steine spielen mit ihren Farben im Licht und Schatten des Nadelwaldes.

 

10  Roy Hiller, Lindenberg: Ohne Titel

Der nach unten hängende, krumme Holzstamm zentriert mit seiner Spitze die kosmische Energie in ein aus Ästen gebildetes, auf Metall ruhendes Rund. Er schafft einen Gegensatz zu den geraden, aus weichem Boden empor wachsenden Stämmen des Fichtenwaldes.
    

11  Gerhard Zwießler, Maierhöfen: FonLuc

In einem ca. 260 Jahre alten, in Kriegen verwundeten Eichenstamm, langsam gewachsen im Hohenloher Land, lässt der Künstler einen nahezu frei schwebenden, ballonförmigen Tropfen zum Licht aufsteigen.

 

12  Max Schmelcher, Bad Siebers: Samen

Aufgebrochene Gletscherfindlinge aus der Iller sind mit archaischen Zeichen und Bienenwachseinlagerungen versehen. Angeordnet unter Eschen, dem Weltenbaum der germanischen Mythologie, geben sie einen Eindruck vom Anbeginn der Zeit.  

 

13  Roy Hiller, Lindenberg: Ohne Titel

Die schwere, aus rotem schwedischen Granit (Vanga), Eichenholz und Metall bestehende Skulptur strebt in die Höhe und scheint die Energie der Gestirne sammeln zu wollen.

- Leihgabe des Künstlers-

 

14  Klassen 3 und 4 der Grundschule Laubenberg: Der Lebensfluss

Kinder der 3. und 4. Klasse der Laubenbergschule haben im Rahmen ihrer Projektarbeit "Das Wasser mit seinen vielen Facetten" dieses Relief für den Skulpturenweg unter handwerklicher Mitwirkung der Steinwerkstatt Schrade geschaffen. Die Kiesel tragen die Namen der Kinder.

 
   

15  Siglinde Knestel, Weiler: Helianthus grandiflorum

Die Künstlerin verarbeitet ausschließlich Abfallstoffe. Drei Blumen entstehen aus alten Mistgabeln, Güllerohren und Glasschmelze. Sie erfreuen uns als ganzjährige Sonnenblumen unter weißblauem Himmel.

- Leihgabe der Künstlerin-

 

16  Thomas Weidner, Arnach: Himmelsleiter

Entwicklung, Transformation und Erlösung sind die großen Themen des Künstlers. Wichtig ist ihm als künstlerisches Mittel die Verwendung von Haut. Sie ist Empfangsorgan, Membran zwischen Außen und Innen. Weidengebüsch wird die vergängliche Skulptur überwachsen, die damit als erinnertes Bild ihre Freiheit erlangt.

 
    

T  Manfred Hagel, Lindau: Textstelen

Insgesamt begleiten 12 Textstelen von Manfred Hagel den Skulpturenweg. Worte werden zu in Granit gemeißelter Lyrik. Die Phantasie des Dichters zu Themen von Landschaft und Ort soll den Schauenden zu eigenen, freien Gedanken und Intuitionen anregen.